Geliebter Joker

„Man sollte immer ein Ass im Ärmel haben!“ Diesen Rat kennt wohl jeder. Ein Ass ist Trumpf, es macht den Stich, höher geht es nicht. Ein Ass dominiert – es fängt ja auch schon mit „A“ an, von dem Buchstaben Alpha, der für Dominanz steht. Ass – kurz und prägnant, ein Machtwort. Wer ein Ass ist auf seinem Gebiet, steht an der Spitze. Also: ein Ass im Ärmel – sicher äußerst nützlich!

Und doch – beim Rommé z.B. hilft das Ass gar nichts, wenn zum Ablegen eine andere Karte fehlt! Und ist die Runde beendet, so bedeutet das Ass, das noch auf der Hand ist, eine Menge Minuspunkte…

Mein Favorit ist daher der Joker. Er kann für jede andere Karte einspringen, selbst für ein Ass! Er ist universell einsetzbar, wandlungsfähig und flexibel. Auch im Alltag gibt es immer wieder mal einen „Joker“: in meinem Job im ambulanten Pflegedienst sind dies Klienten, denen es egal ist, um welche Uhrzeit ich komme – ich kann sie in meine Tour einbauen, wo ich möchte – sehr angenehm! Aber auch jede Aktivität, die ich flexibel gestalten kann, nenne ich gern „Joker“.

Woher kommt die Bezeichnung „Joker“ überhaupt? Zu deutsch „Spassmacher“, war er der Hofnarr, welcher Akrobat, Clown, Kabarettist und Ratgeber in einer Person verkörperte. Er war der Einzige, der ungestraft den Herrschenden den Spiegel vorhalten durfte! Er genoss die größte vorstellbare Freiheit: die Narrenfreiheit! Vom Volk belacht ob seiner „Faxen“ und Streiche, die ihn dumm erscheinen ließen, war es ihm jedoch völlig egal, was andere von ihm hielten, denn dahinter verbarg sich Intelligenz, Schlauheit, ja gar Weisheit. Kurz: ein Typ nach meinem Geschmack! Er strebte weder nach Macht noch nach Ehre auf dem Schlachtfeld, war kein „Alphamännchen“, eher ein Künstlertyp, und doch haben Hofnarren als Ratgeber der Herrscher vielleicht mehr politischen Einfluss gehabt, als die Geschichte berichtet. Der hierzulande bekannteste Narr war – Till Eulenspiegel! Wer hat ihn nicht heimlich bewundert, wie er mit seinen frechen Streichen auf Mißstände aufmerksam machte?

„Nichts müssen, alles können“ – dies war vor einigen Jahren ein bekannter Werbeslogan. Mit vielen „Jokern“ kommt man diesem Ideal ein Stückchen näher. Flexibilität, Freiheit, Intelligenz, Humor und Leichtigkeit: ich würde stets den „Joker“ dem „Ass“ vorziehen, beim Kartenspiel und im Leben! Daher wünsche ich allen Lesern: mögt Ihr immer einen Joker im Ärmel haben!

Joker

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Willkommen!

Nach einigem Zögern habe ich mich entschlossen, neben meinem Kreativblog eine weitere Seite zu beginnen. Während „creatologyblog“ viele Bilder hat und zweisprachig geführt wird, möchte ich auf „Gereimtes und Ungereimtes“ meine Texte (nur Deutsch) vorstellen: Erlebnisberichte, Glossen, Essays und eben auch Gereimtes. Mal nachdenklich, mal augenzwinkernd. Das ein oder andere Bild zur Illustration wird natürlich auch dabei sein…

Viel Spass wünscht Euch

Lilisar